Bustour durchs Braunkohlerevier

Media

Rund 50 interessierte Bürger machten sich zusammen mit Greenpeacern auf dem Weg in das rheinische Braunkohlerevier. Hier, nahe Köln, wird in riesigen Tagebauen Braunkohle gefördert und wenige Kilometer weiter direkt verfeuert.
Das Rheinische Braunkohlerevier ist der größte CO2-Produzent Europas, denn allein das Kraftwerk Niederaußem stößt pro Jahr etwa 27 Millionen Tonnen CO2 aus. Im Viertelstundentakt fährt ein ganzer Zug, beladen mit Kohle über die extra eingerichtete Kohlebahn, in die Kraftwerke. Doch um an die Kohle zu kommen müssen ganze Dörfer abgerissen werden, bedeutende Wälder wie der Hambacher Forst gerodet werden und das Grundwasser abgepumpt werden.

Der Bus machte als erstes Station halt in Immerath, einem Dorf, welches abgerissen werden soll. Die meisten Häuser im Dorf sind verlassen und verbarrikadiert, die Straßen leer. Viele wollten aussteigen um Fotos zu machen. Im Nachbardorf stehen nur noch ein paar Häuser, denn direkt dahinter beginnt der immer weiter wachsende Tagebau Garzweiler.
Die Dimensionen des Tagebaus, der 40 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördert wirken beeindruckend. Auch wenn der größte Tagebau Deutschlands in Hambach direkt daneben liegt. Bis 2045 darf RWE hier weiter baggern. Weiter ging es zum Kohlekraftwerk Niederaußem, dass den höchsten Kühlturm weltweit hat. Die Greenpeacer erklären, dass neben Kohlendioxid auch gefährliche Stickoxide, Feinstaub und sogar Quecksilber in die Luft gepustet wird. Auch neuere Kohlekraftwerke können dies kaum verhindern. Deshalb fordert Greenpeace hocheffiziente und flexible Gaskraftwerke als Brückentechnologie.